Test: Black Bullet Volume 1 (Blu-ray)

Im Jahre 2011 erschütterte eine Plage die Menschheit: Der Gastrea-Virus bricht aus und Parasite löschen über die Jahre den Großteil der Menschheit aus. Zehn Jahre später, im Jahr 2021, findet die eigentliche Handlung von Black Bullet statt. Es gibt nur noch wenige Überlebende, von denen sich viele in Tokio niedergelassen haben. Die japanische Stadt ist umgeben von riesigen Monolithen, die aus Baranium errichtet wurden – dem Material, das die Gastrea fernhält und zur Strecke bringen kann. Während die Bürger in Angst leben, dass die Gastrea in die Stadt eindringen und die Eliminierung der Menschheit vollenden, setzt die Civil Security alles daran, das Gastrea-Virus zu stoppen. Die Civil Security besteht aus Personen, die Mut aufweisen und mit Waffen umgehen können, sie heißen Promoter. Ihnen zur Seite gestellt werden so genannte Initiator – Mädchen, die über Superkräfte verfügen. Doch die Rolle der Initiator ist umstritten, sie werden von den ängstlichen Überlebenden verabscheut und gemieden. Schließlich sind die übernatürlichen, „verfluchten Kinder“ das Produkt von Gastreas, die schwangere Frauen überfallen haben. Der Zuschauer begleitet den Protagonisten Satomi Rentaro und seine Initiator-Partnerin Enju Aihara auf dem Weg, sich den Gastrea zu stellen und Geheimnisse aufzudecken, die die offensichtliche Gefahr sogar übersteigen. Mir hat die Prämisse der Serie außerordentlich gut gefallen. Die postapokalyptische Welt hat das Potential für eine spannende Geschichte und so freute ich mich darauf, die ersten sieben Folgen von Black Bullet anzuschauen.

Black Bullet (2)

Ich bin kein Fan von Animes, die sich Zeit lassen, um in die Gänge zu kommen. Eine Perle wie Steins;Gate hätte ich beinahe verpasst, weil mich die ersten Episoden nicht nur verwirrten, sondern auch etwas langweilten. Deshalb war ich erfreut zu sehen, dass Black Bullet wirklich keine Sekunde damit verschwendet, gleich zur Sache zu kommen. Die erste Folge liefert Informationen über die Welt, die Situation. Sie gibt einen Ausblick darauf, welchen Ton die Serie einschlägt und in welche Richtung es geschichtlich geht. Sie stellt uns die wichtigsten Figuren vor und hat dennoch mehr als genug Zeit übrig, um fulminante, brachiale Action-Segmente abzuliefern und Lust auf mehr zu machen. Mir hat schon lange keine Auftaktfolge mehr so gut gefallen wie die von Black Bullet. Ich will nicht allzu sehr auf die eigentlichen Geschehnisse der Folgen eingehen, schließlich will ich nicht mit Spoilern um mich werfen. Vielmehr gehe ich darauf ein, was in den ersten sieben Folgen richtig gemacht wird – und was falsch.

Mir hat die Vielschichtigkeit sehr gefallen. Black Bullet dreht sich keineswegs nur um die Action mit Rentaro und Enju, sondern bezieht das Verhalten der Bürger und der Regierung mit ein. Neben Action werden Emotionen und Intrigen geboten. Fangen wir mit dem Bombast an. In einem angenehmen Pacing gibt es gut inszenierte, auch brutale Action-Szenen zu sehen. Die beiden Protagonisten harmonieren toll zusammen. Während zu Beginn Enju fast schon übermächtig dargestellt wird und akrobatisch durch die Lüfte schwingt, macht Rentaro zunächst einen geerdeteren Eindruck. Denn er ist zwar sicherlich stark, im Kampf gegen die Gastrea allerdings auf seine Pistole angewiesen. Diese ist nämlich mit wenigen Kugeln aus Baranium – den so genannten „Black Bullets“ – geladen, die Gastrea-Monster mit Leichtigkeit durchbohren. Die Stärke der Figuren variiert jedoch im Verlauf der Folgen, sodass die Charaktere in dieser Hinsicht fast schon gleichwertig dargestellt werden. Ebenfalls ein großer Aspekt der Serie ist Enju in ihrer Rolle als verfluchtes Kind. Die Kinder werden gehasst und gemieden, denn die Menschen haben Angst, dass die Übernatürlichen ihre Kräfte auf die Menschheit anwenden und zur ähnlich großen Gefahr wie die Gastrea werden. Rentaro sieht Enju als eine Art Schwester an und versucht, ihr fernab der Gefechte ein normales Leben zu ermöglichen. Er verheimlicht der Öffentlichkeit ihre Rolle, damit sie wie ein normales Mädchen zur Schule gehen und normale Freundschaften schließen kann. Dass die Geheimnistuerei nicht lange gut gehen kann, sollte klar sein. Nachdem Enju von ihrem bisherigen Umfeld verstoßen wurde, setzt der Protagonist sich für sie ein und bekennt sich zu ihr. Während andere Promoter ihre Initiator nur als Werkzeug ansehen und sie bei Bedarf einfach „austauschen“, pocht Rentaro darauf, dass Enju genauso ein Mensch wie alle anderen ist und es verdient, auch so behandelt zu werden. Die Bindung zwischen den beiden ist in Folge 2 rührend dargestellt und eine Stärke der Serie. Weiterhin prominent vorhanden in Volume 1 von Black Bullet sind Intrigen, Lügen und Geheimnisse. Auch hier will ich nicht zu viel verraten. Ab Folge 4 schlagen die Ereignisse in eine neue Richtung und Rentaro erfährt schnell, dass hinter der ganzen Situation mehr steckt, als öffentlich bekannt ist. So wird ihm verraten, dass er innerhalb der Regierung aufsteigen muss – die Kämpferduos sind nämlich nach Stärke und Erfolg in einer Rangliste vertreten – um die Geheimnisse aufzudecken. Dieser Aspekt sorgt für Spannung und ich kann es kaum abwarten hoffentlich in den nächsten Folgen zu erfahren, was es mit dem Rätsel auf sich hat.

Black Bullet (1)

Ebenfalls erwähnt werden muss die Tatsache, dass Black Bullet nicht ohne leichte Fanservice-Elemente auskommt. Mich spricht dieser Aspekt in keinem Anime an und auch hier empfinde ich ihn als fehl am Platz. Ich muss zugeben, dass manche Momente für Humor sorgen und das Geschehen auflockern. Größtenteils ist das Liebes-Hin-und-Her mit diversen Anspielungen aber absolut nicht mein Ding. Allen voran die Darstellung Enjus stört mich hier am meisten. Werden die Hauptcharaktere in den ernsten Momenten noch am ehesten wie Geschwister dargestellt, die sich auf eine kümmernde und sorgenvolle Art lieben, spielt sich Enju des Öfteren als Objekt der Begierde Rentaros auf. Mir ist bewusst, dass das alles mit einem Augenzwinkern zu genießen und nicht ganz ernst gemeint ist. Mich haben die Szenen aber einfach immer negativ gestimmt. Zusätzlich zeigen sich Kisara Tendo, quasi Rentaros Chefin, und Miori Shiba, Tochter des Unternehmers, der Rentaro mit Baranium-Munition unterstützt, am Protagonisten interessiert. Dadurch entsteht gelegentlich ein kindischer Wettstreit der Mädels, der sich fast immer um große Brüste dreht. Da ich von Fanservice-Aspekten und dem Harem-Gerne generell nicht begeistert bin, fällt es mir schwer, dies zu bewerten. Sie stellten für mich allerdings die größte Schwäche der bisherigen Serie dar.

Die Animation des Animes übernahm das Studio von Kinema Citrus, das wirklich gute Arbeit geleistet hat. Besonders die Inszenierung der Gastrea-Feinde hat mir sehr gefallen, die graphischen Effekte wie Explosionen machen einen ansehnlichen Eindruck. Die deutsche Synchronisation der Peppermint-Veröffentlichung finde ich solide. Die Arbeit des Synchronstudios Metz-Neun ist in Ordnung. Man setzt auf Ricardo Richter als Rentaro, der ihn souverän vertont. Während die meisten Stimmen gut passen, hat mich die piepsige Stimme von Enju, gesprochen von Paulina Rümmelein, zumeist gestört. Insgesamt kann man der Synchronisation aber durchaus eine Chance geben, ansonsten sind natürlich auch deutsche Untertitel (weiße Schrift, schwarz umrandet) vorhanden, falls man auf die japanische Original-Tonspur zurückgreifen will. Das Opening lautet „Black Bullet“, gesungen vom J-Pop Duo „fripSide“, und es stimmt gut auf die bevorstehende Action ein. Das Ending „Tokohana“ von „Yanagi Nagi“ ist ähnlich stimmungsvoll und macht Lust, gleich noch eine Folge zu schauen.

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Die erste Volume von Black Bullet (USK 16) enthält mit 7 Folgen eine Laufzeit von 175 Minuten. Die vorliegende Blu-ray Fassung bietet ein stechend scharfes Bild bei 1920 x 1080p Auflösung, Ton liegt in LPCM 2.0 vor. Die Veröffentlichung von Peppermint kommt im schicken Digipack daher, bei dem mir das Motiv des Frontcovers außerordentlich gut gefällt. Die derzeit erhältliche, jedoch limitierte Kauffassung enthält zudem eine Soundtrack-CD, die satte 25 Songs des Original-Soundtracks bietet. Bei einer UVP von rund 45€ (BD) bzw. 42€ (DVD) ergibt sich ein Preis von etwa 6,40€ bzw. 6€ pro Folge. Da die Serie erst im letzten Jahr in Japan ausgestrahlt wurde, finde ich den Preis fair und angemessen. Außerdem freut es mich, dass die Serie nur auf zwei Volumes erscheint und nicht auf vier Veröffentlichungen aufgeteilt wurde. Auf folgenden Bildern seht ihr das Spine mit Black Bullet-Logo, Front- und Rückseite sowie die bedruckte Disc. Die Soundtrack-CD fehlt hingegen:

Fazit:

Black Bullet bietet ansehnliche Action in einem postapokalyptischem Schauplatz. Neben fulminanten Szenen trifft die Serie auch seriöse und emotionale Töne und gibt in den ersten sieben Folgen einen Ausblick auf spannende Intrigen und Geheimnisse. Auch wenn ich kein Fan der Harem-Elemente bin, freue ich mich auf die restlichen Folgen! Technisch macht die Blu-ray-Fassung alles richtig und auch die deutsche Synchronisation fällt relativ solide aus. Im hübschen Digipack ist in der Kaufversion zusätzlich noch eine umfangreiche Soundtrack-CD enthalten. Ich kann die erste Volume von Black Bullet wirklich sehr empfehlen!

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Ein großer Dank gilt Peppermint Anime für das Bereitstellen eines Rezensionsmusters.

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