Rezension: Akame Ga Kill Volume 1 auf Blu-ray

Akame Ga Kill beginnt mit einer Folge, die den gelungenen Start in die Serie garantiert. Uns wird nicht nur der Protagonist vorgestellt, nein – seine Motivation und auch die Richtung, in die das Geschehen verlaufen wird, werden gekonnt präsentiert. Während ich versuche, den Inhalt der restlichen fünf Folgen nur zu skizzieren, gehe ich detaillierter auf die erste Episode ein. Anders ist es leider nicht möglich, fortan über die Motivation Tatsumis zu sprechen. Daher sei an dieser Stelle eine dezente Spoilerwarnung angebracht, auch wenn ich kaum mehr verrate als der Klappentext der Blu-ray. Der Anime dreht sich um den Dorfjungen Tatsumi, der mit seinen Kindheitsfreunden Sayu und Ieyasu beschließt, auf den Weg zur großen, verheißungsvollen Hauptstadt aufzubrechen. Denn seinem Heimatdorf geht es finanziell und wirtschaftlich schlecht, sodass Tatsumi als Soldat der Regierung genug Geld zur Rettung seines Dorfes verdienen will. Die drei Jungspunde machen sich getrennt auf den Weg; wir verfolgen das Geschehen aus Tatsumis Sicht. Der naive Junge, der geschickt mit einem Schwert umgehen kann, merkt schnell, dass die ach-so-tolle Hauptstadt eine Menge Schattenseiten hat – schließlich ist nicht alles Gold was glänzt. So viele Hoffnungen hat er in seine Reise gesetzt, doch schon am ersten Abend sitzt er verzweifelt am Straßenrand. Gutgläubig wie er ist, ließ er sich auf das Versprechen, auf schnellem Wege ins Militär zu gelangen, von einem dreisten Mädel sein Geld abknüpfen. Zu allem Überfluss macht die Gruppierung „Night Raid“ die Stadt unsicher. Die Assassinen-Truppe richtet Teile der Bevölkerung hin und erfüllt die Stadt in Angst und Schrecken.

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Was für ein Glück, dass eine daherkommende Aristokratin gnädig genug ist, Tatsumi aufzugabeln und ihm ein Dach über dem Kopf zu geben, ja sogar gute Jobaussichten zu versprechen. Doch die Freude hält nur kurz an: Night Raid stattet dem riesigen Anwesen einen blutigen Besuch ab. Der Protagonist stellt sich mit ganzem Mut den Angreifern entgegen, nur um kurz darauf einmal mehr ein Wechselbad der Gefühle zu erleben. Und diese Erkenntnis hat es wirklich in sich: Die Mitglieder von Night Raid erklären dem völlig geschockten Hauptcharakter, dass die reiche Familie Hilfsbedürftige wie ihn selbst erst mit tollen Aussichten lockt, dann einsperrt, foltert und tötet. Als wäre das nicht schon alles niederschmetternd und düster genug, findet Tatsumi in einer Art Leichenhalle seine Freunde Sayu und Ieyasu vor, die zusammen mit ihm dem Traum vom Erfolg in der großen Stadt hatten. Sowie er den gefolterten Ieyasu antrifft, der auch noch vor seinen Augen stirbt, drehen bei Tatsumi alle Sicherungen durch – er schnappt sich sein Schwert und vollendet, was eigentlich der Auftrag von Night Raid war. Er findet sich in einer Welt vor, die voll gespickt mit Korruption, Armut und Brutalität ist. Akame Ga Kill präsentiert sich düster und hart, lässt seinen Protagonisten leiden, um voranzuschreiten.

In der zweiten Folge sehen wir, wie sich Tatsumi als Teil von Night Raid schlägt. Er gibt seine Intention auf, Karriere als Soldat zu machen. Auch wenn Night Raid Dutzenden das Leben nimmt, erachtet der Protagonist das Handeln der Truppe für richtig und versucht, Erfüllung darin zu finden, sämtliche Korruption der Stadt zu zerschlagen und für mehr Demokratie zu sorgen. Nach dem actionreichen und emotionalen Auftakt zeigt die zweite Episode, dass Akame Ga Kill auch andere Seiten zu bieten hat. Die Folge ist ruhiger und hat einen nicht ganz so düsteren Ton, versucht sich vielmehr in einigen Humor-Aspekten. Tatsumi ist als Neuling der Untergebene der Truppe, außerdem steht Training für ihn auf dem Plan. Zuerst ist die mysteriöse Akame als Lehrerin an der Reihe, die Tatsumi angeln und kochen lässt. Es geht zunächst zwar ruhiger zu, doch das Tempo wird mit der Folge nicht herausgenommen: Noch in der selben Episode hat Tatsumi seinen ersten Einsatz als Night Raid Mitglied.

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Neben der Vorstellung der Story-Prämisse steht in der ersten Volume auch das Kennenlernen des Figurencast im Vordergrund. Die dritte Folge beschäftigt sich mit Mime, die Tatsumi auf einen Shopping-Trip mit nimmt. Sie hat sich noch nicht völlig mit dem Gedanken arrangieren können, dass Tatsumi nun Teil ihrer Gruppe ist. Aus der Interaktion zwischen der mies gelaunten Mine und dem Neuling, der Shoppen nicht gerade als Training ansieht, entsteht die ein oder andere lustige Situation. Generell arbeitet der Anime viel mit stumpfen Gags und Situationskomik, die zur Auflockerung dienen sollen. Manche der Gags zündeten bei mir, viele jedoch nicht. Humor ist eben Geschmackssache, doch schmunzeln musste ich das ein oder andere Mal schon. Mit der Erwähnung von Kaiserwaffen wird die Serie in Folge 4 um eine interessante Story-Komponente erweitert. Außerdem liefert die Episode mit dem verrückten Henker Zank einen Feind, der die Action einmal mehr voll zur Geltung kommen lässt. Mir gefallen die Kampfszenen durchwegs gut. Mit einer Mischung aus Schuss- und Schneidwaffen ist für eine abwechslungsreiche Choreographie der Action-Szenen gesorgt. Die Kämpfe wirken wuchtig und blutig – die FSK-Freigabe „ab 16“ ist durchaus angebracht.

Auch das Pacing gefällt mir gut, denn Folge 5 schlägt wieder einen ruhigeren Ton ein. Der Wechsel von Action und Charakterinteraktion hat einen angenehmen Ablauf zum Resultat, die sechs Episoden sind im Nu geschaut. Wirklich warm werde ich mit dem Figurenaufgebot bisher jedoch nicht. Tatsumi gefällt mir gut, weil er weitestgehend nachvollziehbar handelt. Lediglich seine Stärke hat mich bisher irritiert: Dass er ein geschickter Schwertkämpfer ist, lass ich mir ja durchaus noch gefallen. Dass er bislang aber kaum Konkurrenz im Kampf hatte und scheinbar auf Anhieb mit den Night Raid Mitgliedern mithalten kann, macht mich bisher stutzig. Allzu oft war der Protagonist in den ersten sechs Folgen jedoch nicht gefordert, sodass man seine Stärke schlecht einschätzen kann. Im Grunde genommen erfüllen so ziemlich alle Figuren Stereotypen des Genres: Die zickige Mine, die tollpatschige Sheele, Bulat als Muskelmann, der Perversling Lubbock, die knapp bekleidete Schwester-Figur Leone… Was bisher an Hintergrundinformationen zu einem Teil der Charaktere enthüllt wurde, ist durchaus solide, lässt aber keine Figur als besonders herausstechen. Dennoch empfinde ich Akame Ga Kill bisher als unterhaltsame Serie, die in Folge 6 noch einmal so richtig zeigt, dass sie hart und unberechenbar ist. Die erste Volume endet regelrecht mit einem Knall und macht Lust auf die weiteren Folgen.

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Das Animationsstudio von White Fox (Steins;Gate, Jormungand) war zuständig für die Umsetzung von Akame Ga Kill. Das Resultat ist gelungen, die Animationen können sich durchaus sehen lassen. Mir gefallen die Charaktermodelle gut, ebenso sind die Actionszenen ansehnlich. White Fox hat es verstanden, brutale Manöver und rasante Aktionen in Szene zu setzen und spielt unter anderem auch mit Zeitlupe-Effekten. Das geschaute Blu-ray Release von Peppermint liegt in Full HD-Auflösung vor und bietet ein scharfes Bild, so wie es sein soll. Der Ton ist im LPCM 2.0 Format vorhanden und macht sich erstmals durch die atmosphärische Hintergrundmusik im Hauptmenü bemerkbar. Für das Opening hält das Lied „Skyreach“ von Sora Amamiya her. Den Song würde ich als Standard-Rock-Opening einstufen. Mir ist Skyreach jedenfalls nicht sonderlich im Ohr hängen geblieben, es heizt aber die Stimmung vor jeder Folge an. Das Ending, „Konna Sekai, Shiritakunakatta“ von Miku Sawai, präsentiert sich im starken Kontrast zum Opening, ist ruhig und lässt uns die traurigen Seiten des Animes Revue passieren. Der deutsche Sprechercast überzeugte mich, die Synchronisation von Metz-Neun ist gelungen. Mir ist zwar keine Figur aufgefallen, die besonders toll vertont wurde, doch die Sprecher liefern durch die Bank weg eine solide Leistung ab. Wie so oft empfehle ich: Reinhören und überzeugen lassen, ansonsten liegt der japanische Originalton im Zusammenspiel mit deutschen Untertiteln (weiß und recht groß dargestellt) vor. Als Extras liegen sechs Episoden von „AkaKill Theater!“ bei, die kurze, stumpfe Geschichten rund um die Night Raid Figuren im lustigem Zeichenstil erzählen, die sogar ebenfalls synchronisiert wurden. Zudem sind Trailer zu Black Bullet, Sword Art Online 2, Gunslinger Stratos: The Animation und Fate stay night: Unlimited Blade Works zu bewundern. Die Veröffentlichung ist einmal mehr im Digipack erfolgt. Die Erstauslieferung kommt mit einem limitierten Sammelschuber sowie Soundtrack-CD daher. Beides fehlt bei meinem Rezensionsexemplar und ist auf folgenden Bildern nicht zu sehen:

 

Fazit:

Mit einer Mischung aus harter Story, ansehnlicher Action und mal mehr, mal weniger lustigen Humor-Einlagen haben mich die ersten sechs Episoden von Akame Ga Kill gut unterhalten. Auch wenn die Figuren weitestgehend Genre-Stereotypen erfüllen, halten sie für interessante Hintergrundgeschichten her. Die Animationen und auch die deutsche Sprachausgabe können überzeugen. Folge 6 endet mit einem Knall – Volume 2 kann also nicht früh genug erscheinen!

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Ein großer Dank gilt Peppermint Anime für das Bereitstellen eines Rezensionsmusters.

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