Rezension: Dragon Ball Z: Kampf der Götter auf Blu-ray

Einige Jahre sind vergangen, nachdem Kid Buu besiegt wurde. Während Bulma auf der Erde eine pompöse Geburtstagsparty schmeißt, ahnt noch niemand, dass sich auf der anderen Seite der Universums ein prägendes Ereignis abspielt. Der Gott der Zerstörung erwacht aus seinem Tiefschlaf, früher als geplant. Statt wie üblich nach 50 Jahren wacht der Gott Beerus bereits nach 39 Jahren auf, denn eine Prophezeiung reißt ihn aus dem Schlaf. Er träumt von einem ihm ebenbürtigen Gegner, den er als Super Saiyajin-Gott beschreibt. Als gefürchtetster Gott – vor ihm haben selbst die Kaios und Kaioshin Angst – würde sich Beerus durchaus über einen ähnlich starken Kampfpartner freuen! Nachdem sein Assistent Whis ihm erklärt, dass während seiner Abwesenheit Freezer von einem starken Saiyajin geschlagen wurde, machen die beiden sich auf den Weg zu Son Goku. Der trainiert bei Meister Kaio und wird gewarnt, die Stärke des anreisenden Beerus nicht zu unterschätzen – nicht umsonst wird er der Gott der Zerstörung genannt. Nach dem Aufeinandertreffen auf Kaios Planet macht Beerus auch Halt auf der Erde. Der launische, katzenähnliche Kauz macht sich auf Bulmas Party breit. Was steckt hinter der Prophezeiung, die Beerus aus dem Schlaf geholt hat? Gibt es tatsächlich einen Super Saiyajin-Gott? Oder ist Beerus umsonst auf die Erde gereist und vernichtet diese schlussendlich, weil er enttäuscht ist, dass die Prophezeiung nicht eingetroffen ist?

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Kampf der Götter ist nun schon der 18. Film des Dragon Ball-Universums – allerdings der erste seit 1996. Kein Wunder also, dass sich Fans der Serie auf den Streifen gefreut haben. Zudem war der ursprüngliche Mangaka und Dragon Ball-Erfinder Akira Toriyama maßgeblich an der Entstehung des Films beteiligt. Die Handlung von Kampf der Götter wird daher weitestgehend als „canon“ betrachtet, sie erweitert die Story der Serie. So spielt das Geschehen vom Film zwischen den Episoden 288 und 289 von Dragon Ball Z. Es setzt während der zehnjährigen Pause an, die sich zwischen den beiden Folgen nach dem Sieg über Kid Buu ereignet. In Kampf der Götter haben fast alle bekannten Charaktere der Z-Reihe einen Auftritt, was mich nostalgisch in Erinnerung schweifen ließ. Die Z-Reihe war für mich DIE Anime-Serie meiner Kindheit, was das Wiedersehen mit den Figuren umso schöner gestaltet hat. Sogar drei Charakteren aus Dragon Ball wird eine kleine Nebenhandlung gewidmet – der Film ist ein wahrer Ausflug in die Vergangenheit des Universums. Mit Beerus und Whis werden hingegen nur zwei Neulinge vorgestellt, denen natürlich aber eine große Rolle zugeschrieben wird. Das Team hinter dem Film hat für einen tollen Spagat aus Nostalgie und neuem Inhalt gesorgt.

Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde der Titel stets als typische, apokalyptische Kampfangelegenheit dargestellt, für die Dragon Ball Z mit seinen ikonischen Feinden so bekannt ist. Auch obiger Trailer von Universum Anime, der sowohl einen Ausblick auf die deutsche Synchronisation als auch auf die Story gibt, macht einen ähnlichen Eindruck. Tatsächlich aber ist Beerus als Gegner keinesfalls mit einem Freezer, Cell oder Buu gleichzusetzen. Auch wenn die Kreatur als „Gott der Zerstörung“ bekannt ist und selbst Vegeta aus Angst verzweifeln lässt, liegt der Fokus des Films weniger auf einem epischen Kampf, in dem die Z-Kämpfer die große Bedrohung Beerus bekämpfen. Allen voran liefert Kampf der Götter alberne Momente und charmanten Humor. Diese Aspekte sind so vorrangig, dass die wenigen Kampf-Szenen, die gezeigt werden, sogar an Bedeutung verlieren. Beerus kann in seiner Rolle als Bösewicht, trotz ständiger Verheißung, er werde die Erde zerstören, kaum als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen werden. Dafür werden zu viele Slapstick-Einlagen mit ihm im Mittelpunkt gezeigt. Zu oft ist er in komische Situationen verwickelt, um auf einer Gefahrenstufe mit den bisherigen Schurken zu stehen – obwohl er Buu und Co. kräftemäßig haushoch überlegen ist. Beerus ist deutlich lässiger als seine „Vorgänger“, er zeichnet sich durch eine andere Denkweise, durch andere Motive aus. Das ist keineswegs ein Schwachpunkt des Films, denn ich war durch die locker-flockige Art bestens unterhalten. Es hat vielmehr mit den Erwartungshaltungen zu tun. Wer sich auf eine spannende, epische Schlammschlacht um die Erde freut, könnte enttäuscht werden – die Trailer und selbst der Titel „Kampf der Götter“ lassen nun einmal auf diese Richtung schließen. Auch vorherige Filme versuchten meist, in ihre begrenzte Zeit so viel Spannung und Energie zu packen wie nur möglich. Der Comedy-Aspekt ist zwar auch stets Teil der Serie und ebenso der Filme gewesen, stand jedoch zumeist nicht dermaßen im Mittelpunkt. Kampf der Götter bietet eine heitere Geschichte, die trotz augenblicklicher Gefahr mit Slapstick, Albernheit und Nostalgie zu unterhalten weiß. Toll inszenierte Actionszenen gibt es im rund 100 minütigen Streifen selbstverständlich auch, doch sind diese nicht so prominent vertreten, wie man es erwarten würde. Zwar lernt Son Goku mit Hilfe der anderen Saiyajins einmal mehr eine neue Kraftstufe kennen, doch fällt diese im Vergleich zu bereits bekannten Saiyajin-Formen recht unspektakulär aus. Der Entertainment-Faktor liegt hauptsächlich in den komischen Elementen: Darin, wie Beerus und Whis vom Essen der Erdlinge nicht genug bekommen können. Wie Vegeta sich bis auf die Knochen blamiert und seinen Stolz ablegt, um Beerus Wut im Zaun zu halten. Wie Son Goten und Trunks stets mit ihrer kindlichen Unbekümmertheit ein Lächeln auf des Zuschauers Gesicht zaubern. Hier sind keineswegs die Kämpfe denkwürdig, sondern die wirklich lustigen Situationen und Anspielungen auf vergangene Ereignisse. Wer sich dem Film mit der richtigen Einstellung widmet, wird ihn auch voll und ganz für das, was er ist, zu schätzen wissen.

Die Animation des Films war einmal mehr Aufgabengebiet von Toei Animation. Das Studio versuchte, die Optik des Films in ein zeitgemäßes Gewand zu stecken, ohne den Charme der ursprünglichen Ästhetik zu verlieren. Das Resultat ist ein scharfes Bild mit klaren Charaktermodellen und ansehnlich inszenierten Kampf-Sequenzen. Die altbekannten Figuren sind wie immer toll gestaltet und auch die Neuzugänge Beerus und Whis überzeugen mit markantem Design. Bei den Action-Szenen tobte man sich mit neuartigen Techniken aus, die das Geschehen mit Perspektiven-Wechsel gut einfangen. Kampf der Götter macht im Vergleich zu früheren Filmen und zur Serie in der Tat einen moderneren Eindruck und bleibt zugleich seinen Wurzeln treu. Apropos Wurzeln treu bleiben: Universum Anime hat es geschafft, die beliebten Sprecher zusammen zu trommeln, die bereits in der Vergangenheit die entsprechenden Rollen eingenommen hatten. Tommy Morgenstern als Son Goku, David Nathan als Piccolo, Oliver Siebeck als Vegeta – von den großen Charakteren bis hin zu den Nebenfiguren sind fast alle dabei, die Fans durch die Serie ins Herz geschlossen haben. Lediglich der alte Kaioshin, Son Goten und Trunks verfügen über neue Stimmen, doch liefern auch hier die Synchronsprecher bei den wenigen Sätzen gute Arbeit ab. Ebenso überzeugen die deutschen Stimmen von Beerus und Whis. Es war einfach wunderbar, die Figuren nach all den Jahren wieder mit ihren bewährten Sprechern zu hören. An dieser Stelle ein großes Lob an das Team von Universum Anime, das scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut hat, um diesem Wunsch der Fans entgegen zu kommen! Ebenfalls eine nette Geste für Fans: Neben Standard-Veröffentlichungen auf Blu-ray und DVD ist eine limitierte Sammlerfassung im Handel erschienen. In dieser Version kommen sowohl die Blu-ray-Disk als auch die DVD in schicker Verpackung daher. Als Bonus wartet ein 24-seitiges Booklet sowie ein 18-teiliges Postkartenset auf die Käufer. Ein abnehmbarer FSK- und Rückseitenflyer und ein alternatives Rückseitencover runden die Sonderedition ab. Noch ist diese Version verfügbar, doch Sammler sollten nicht lange zögern, schließlich ist die Collector’s Edition limitiert.

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Fazit:

DBZKampfderGoetterDragon Ball Z: Kampf der Götter ist durch und durch an Langzeit-Fans des Serien-Universums gerichtet. Die vielen Anspielungen auf die Vergangenheit und die vielen humorvollen Segmente stellen die Action in den Schatten. Auch wenn die rasanten und effektbeladenen Kampfszenen optisch überzeugen können, entsteht nur mäßig Spannung. Der Gott der Zerstörung Beerus kann in dieser Hinsicht nicht mit seinen „Bösewicht“-Vorgängern wie Cell, Freezer oder Buu mithalten – muss er auch gar nicht. Denn der Film zeichnet sich vielmehr durch die unbeschwerte Ader aus, die Fans mit jeder Menge Humor und Nostalgie begeistern wird. Allein der alten Sprecher wegen kann ich den Film jedem Fan der Z-Gruppe empfehlen: Der Ausflug in die Vergangenheit lohnt sich!

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Ein großer Dank gilt Universum Anime und Bandai Namco für das Bereitstellen eines Rezensionsmusters.

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