Rezension: Forza Motorsport 6 für Xbox One

Mit Forza Motorsport 6 kommt nun bereits das dritte Forza-Spiel auf die Xbox One. Der direkte Vorgänger war ein Launch-Titel, zudem wurde letztes Jahr der Open-World-Ableger Forza Horizon 2 ins Rennen geschickt. Die Entwickler der Turn 10 Studios sind fleißig, ihre Passion für den Motorsport im Virtuellen zu präsentieren. Dass Forza 6 einmal mehr ein tolles Rennspiel geworden ist, zeige ich euch in meinem Test.

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Auch wenn der offene-Welt-Aspekt exklusiv der Horizon-Serie vorbehalten ist, hatte ich in den Spielen der Hauptreihe nie das Gefühl, in meinen Möglichkeiten eingeschränkt zu sein. Forza 6 hat jede Menge Inhalt im Schlepptau, der sich beim Modi- und Vehikel-Umfang bemerkbar macht. Neben der klassischen Karriere-Spielvariante sind Einzelrennen möglich, die uns gleich zu Beginn die Kontrolle über alle enthaltenen Wagen geben. Über 450 Autos warten darauf, von Rennspiel-Fans an ihre Grenzen gebracht zu werden. Typisch für das Genre ist ebenfalls eine umfangreiche Online-Mehrspieler-Komponente enthalten. Heutzutage eher unüblich, dafür umso mehr zu loben, ist zudem in den freien Rennen die Option zum Split-Screen-Multiplayer gegeben. Ein weiterer Spieler kann Platz auf unserer Couch nehmen und ins Rennen einsteigen, was für mich als Fan lokaler Multiplayer-Modi schon immer ein großes Plus der Forza-Reihe darstellte. Wer lieber alleine unterwegs ist, vertreibt sich in angesprochener Karriere seine Zeit. Diese ist grob in fünf „Kapitel“ unterteilt, die jeweils andere Rennsport-Varianten hervorheben. Diese Episoden sind wiederum in etliche Event-Serien und Turniere aufgeteilt, die für langfristige Beschäftigung sorgen. Gefahren wird auf insgesamt 26 Strecken, die das Geschehen auf dem Asphalt abwechslungsreich gestalten. Für Motivation sorgt die Belohnung durch Credits (die altbekannte In-Game-Währung), Erfahrungspunkte und Zuwachs der Fahrzeug-Hersteller-Loyalität. In allen Modi ist dieses Fortschrittssystem aktiv, sodass Spieler nicht nur in der Karriere Geld für ihr Lieblingsauto zusammen sparen müssen. Mit jeder Erfahrungsaufstufung erhalten wir ein Los, das einen von neun Preisen zum Ergebnis hat. Von kleinen Credit-Beträgen und billigen Kleinwagen bis hin zu Luxus-Karossen und Vermögensausschüttungen ist alles dabei, was das Glück hergibt.

Die Forza-Reihe hat stets für ein überzeugendes Geschwindigkeitsgefühl sorgen können, was hier einmal mehr für einen Adrenalinschub sorgt. Die Steuerung der Vehikel fällt präzise aus, die Vibration der Trigger zieht zudem ein Gefühl der verstärkten Immersion mit sich. Geht ein Manöver einmal in die Hose, können Spieler die Funktion zum Zurückspulen benutzen. Dieses Feature ist stets umstritten, denn eigentlich macht die Spannung auf der Strecke aus, dass jeder Fehler den Sieg kosten könnte. Für Anfänger ist die Funktion jedoch sicherlich eine Entlastung für Frust. Ich muss zugeben, gelegentlich auch das Rückspulen benutzt zu haben – wenn mich ein anderer Fahrer so fies rammt, dass ich komplett aus der Spur komme. Ebenfalls nutzte ich besagte Funktion bei manchen regnerischen Veranstaltungen. Neu mit dabei sind Rennen zu stürmischen, nassen Bedingungen, die einen entsprechend feuchten Asphalt bieten. Mir ist bewusst, dass hektische Lenkmanöver auf diesem nassen Untergrund fatal sind. Doch selbst kleine Pfützen können unser Auto zum Schleudern bringen, wenn man geradeaus, ohne zu lenken, gleichmäßig mit allen Rädern, bei niedriger Geschwindigkeit (!) durch solch eine minimale Wasseransammlung brettert – das ist (Aquaplaning in aller Ehren) wirklich unnötig frustrierend und lässt mich die Rückspul-Funktion schätzen. Diese Funktion ist übrigens selbstverständlich optional. Wer nicht zurückspulen will, muss das natürlich auch nicht machen – und mit den Konsequenzen seiner Crashs leben. In den Optionen lässt sich außerdem zuschalten, dass eine Nicht-Benutzung der Rückspul-Funktion für mehr Credits sorgt. Insgesamt muss ich die vielen Einstellungsmöglichkeiten loben. Sowohl die gegnerische KI als auch das eigene Fahrverhalten kann bis ins letzte Detail angepasst werden. Es gibt diverse Schwierigkeitsgrade für die Mitfahrer, außerdem lässt sich beispielsweise ihre Aggressivität eingrenzen. Mit den richtigen Einstellungen ist durchwegs für eine Herausforderung und spannende Rennbeteiligung gesorgt. Ebenso lässt sich die eigene Fahrweise nach Belieben anpassen. Mehrere Fahrhilfen können ein- und ausgeschaltet werden. Weiterhin erschweren können Spieler sich das Erlebnis auf der Strecke, wenn sie zum Beispiel die Ideallinie abschwächen oder ganz abschalten. Dass es für diese Erschwerung eine höhere Geldbelohnung gibt, heizt die Motivation zur Herausforderung an. Neben dem Regenwetter ebenfalls neu mit dabei sind Mods, die vor dem Rennstart für diverse Unterstützungen sorgen können. Mit unserer In-Game-Währung können verschieden wertige Sets an Modifikationen gekauft werden. Die Mods können unsere Performance verstärken und unter Bedingungen zu mehr Geld oder Erfahrung führen. Die meisten Mods sind nur einmalig verwendbar, doch manche Exemplare halten mehrere Events an. Auch die Mods sind lediglich optional, doch ich empfehle jedem, sich das Feature einmal genauer anzuschauen. Insbesondere die Varianten, die eine zusätzliche Herausforderung als Bedingung bieten, erhöhten mir den Spielspaß.

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Wollen wir einmal den Fuß vom Gaspedal nehmen, bietet der ForzaVista-Modus die perfekte Entspannung für Auto-Fanatiker. In der Garage lässt sich ein besonders genauer Blick auf die verfügbaren Vehikel werfen. Das Äußere der Wagen ist von allen erdenklichen Winkeln zu betrachten, ebenso können Spieler die Details des Armaturenbretts inspizieren. Wer eine große Passion für den Motorsport hat, wird einige Zeit in seiner Garage verbringen. Der ForzaVista-Modus ist ebenso ein toller Schauplatz für die fantastische Grafik. Die Auto-Modelle sind wahnsinnig detailliert gestaltet und deuten in einigen Momenten eine erschreckende Nähe zum Fotorealismus an. Bei Rennen mit bis zu 24 Wagen auf der Strecke kann weiterhin die Detailfülle der Umgebungen überzeugen. Die Beleuchtung kommt gut zur Geltung und die viel beworbenen Nachtfahrten sind optisch ansprechend. Ein Fotomodus liegt vor, um die beeindruckendsten Ansichten aus beliebiger Perspektive festzuhalten. Neben DriveClub auf der PS4 und Project Cars in der PC-Fassung ist Forza 6 das grafisch beste Rennspiel, das ich bisher zu Augen bekommen habe. Doch auch auf die Ohren gibt es etwas: Die Motorengeräusche sind einmal mehr eine große Stärke der Reihe. Beschleunigt ein PS-Monster in Windeseile auf 200 km/h und deutlich mehr, ist das allen voran gut zu hören.

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